Die Bücherdiebin – ein unerwartetes Geschenk von einem Geschäftsfreund
Am Freitag klingelte es bei uns. Kurzes Nachdenken “wer kann das sein?”. Keine Ahnung. Der Paketbote kam. Sofort im Kopf “habe ich was bestellt? Nein. Was kann das sein? Seltsam”. Treppe runter, jetzt sehe ich es: ein Päckchen von Amazon. Noch seltsamer “bestellt habe ich nichts, vorbestellt auch nicht” (manchmal habe ich Vorbestellungen für Bücher, die in Kürze kommen).
Päckchen entgegengenommen, aufgemacht,. “Die Bücherdiebin“? Sagt mir gar nichts, Dann sehe ich es auf dem Lieferschein “Geschenk von Ralf”. Meine Tochter ist gerade mit mir im Wohnzimmer. Erste Reaktion “ist das süß”, sie liest den Grußtext vor. Ich zeige das Buch meiner zweiten Tochter. Sie kennt das Buch und wollte es schon immer mal lesen. Sie hat bereits “Der Joker” vom gleichen Autor gelesen.
Am Abend Badewasser eingelassen, Buch mitgenommen. Hmm, er schreibt seltsam. Aber packend von der ersten Seite, er nimmt gut die Leser mit.
Inzwischen habe ich einen kleinen Teil gelesen und ich glaube, es wird ein richtig gutes Buch.
Vielen, vielen Dank.
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Um andere zum Lesen dieses Buchs zu animieren, hier eine kleine Einstimmung:
Die Bücherdiebin, Markus Zusak
Dass ein Australier eine Geschichte über Nazi-Deutschland schreibt, ist eher ungewöhnlich. Die Tatsache jedoch, dass der Autor von „Die Bücherdiebin“ australische und deutsche Wurzeln besitzt, erklärt diesen Umstand. Markus Zusak verarbeitet in dem Buch sogar Autobiographisches, seine Eltern kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben. Autor und Plot sind demnach nicht ungewöhnlich. Doch was ungewöhnlich ist, ist die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Man könnte annehmen, dass das Geschehen aus der Sicht der Bücherdiebin geschildert wird – das ist jedoch nicht der Fall. Markus Zusak tut etwas ganz Besonders: Er lässt den Tod die Geschichte erzählen. An dieser Stelle gilt es ruhig die Vorstellung des Sensenmannes über Bord zu werden. Der Tod in „Die Bücherdiebin“ tritt als ruhiger und interessierter Beobachter der Szenerie auf, der zudem unter seiner eigenen Betroffenheit leidet. Da der Krieg bereits einige Jahre andauert, hatte der Tod bereits viele Tote zu umsorgen. Er ist dafür zuständig, dass die Seelen an den rechten Ort gelangen. Der Tod trifft dreimal auf Liesel Meminger – die Bücherdiebin.
Markus Zusak erzählt die Geschichte mit sehr viel Feingefühl. Dabei driftet er weder in kitschige Gefilde ab, noch bekommt man als Leser das Gefühl, dass permanent der mahnende Zeigefinger der Geschichtsschreibung erhoben wird. Trotzdem haben alle Themen, die man erwartet, in dem Roman auch einen Platz gefunden. Dazu gehören selbstverständlich der Holocaust, der Krieg, die Liebe, Tod und Wahnsinn. Dabei schafft es der Autor, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Denkt man an Millionen von Menschen, die Leid und Elend erfahren haben, ist das nicht mehr greifbar. Was Markus Zusak deshalb tut, ist sich ein einzelnes Schicksal herauszugreifen. Dieses beleuchtet er umso intensiver. Wer beispielsweise „Schindlers Liste“ gesehen hat, der wird niemals das Mädchen mit dem roten Kleid vergessen.
Das Buch ist traurig, sogar sehr traurig. Trotzdem sollten Jugendliche und Erwachsene es unbedingt einmal gelesen haben.

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